Presse
28. September 2010
Essen/Heiligenhaus
Soziales Engagement
Essener Logen-Brüder treffen sich einmal in der Woche
„Wir sind eine Gemeinschaft vertrauensvoll und freundschaftlich verbundener Männer, die sich regelmäßig treffen", erklärt Rolf Oesterheld, ehemaliger Vorsitzender des ‚Schwarzen Diamanten'. „Bei der so genannten Innenloge, die nach einem traditionellen Ritual abläuft, sollen die Brüder Abstand zum Alltag gewinnen. Im Mittelpunkt stehen Vorträge und Diskussionen."

Besonders wichtig ist den Mitgliedern Vertrautheit, Freundschaft und Verständnis in der Gruppe, um auch über persönliche Anliegen sprechen zu können.
„Mitglieder sind Männer aller Berufe und aller Altersgruppen. Konfessionen oder sozialer Hintergrund  spielen keine  Rolle. Wir sind da völlig offen.“, betont Oesterheld. „Zurzeit haben wir rund 40 Mitglieder, die sich einmal in der Woche treffen.“ 
Sie nenne sich ‚Brüder’, um ihre besondere menschliche Beziehung zu dokumentieren.

Zur ‚Außenloge’ mit Vorträgen werden regelmäßig Frauen und Gäste eingeladen.

Gegründet wurde der ‚Schwarze Diamant’ 1925 in Gelsenkirchen. „Der Name bezieht sich auf die Kohle, die wirtschaftliche Grundlage des Reviers“, weiß Oesterheld. Die örtlichen Vereine des Druiden-Ordens sind die Logen. Landesverbände werden Groß-Logen genannt.
Zudem gibt es einen internationalen Zusammenschluss aller Vereine in der ‚International Grand Lodge of Druidism’.

In der Zeit des Nationalsozialismus wurden alle Logen in Deutschland zwangsaufgelöst.
1973 wurde der ‚Schwarze Diamant’ in Essen neu gegründet.

Seither unterstützen die Mitglieder Projekte – und jetzt auch das mobile Kinder- und Jugendrestaurant der Diakonie. „Soziales Engagement ist nicht nur nach schlimmen Katastrophen wie Tsunamis sehr wichtig. Durch Konzepte wie dieses können wir auch direkt in unserer Nachbarschaft helfen“, meint Mitglied Heinz Dörendahl.

Herkunft des Ordens
Der Druiden-Orden wurde 1781 in England zur Zeit der Aufklärung gegründet. 
Die Gründer wählten diesen Namen, weil sie in den ‚Druiden’ Symbolfiguren für Gelehrsamkeit und Naturverbundenheit sahen. Sie waren die ‚Weisen’ bei den Kelten des Altertums, die stets bestrebt waren, ihr Wissen zu mehren und Verantwortung zu übernehmen.
Die Logenarbeit soll die ethisch-moralische Grundlage für ein Leben in Selbstbestimmung und Freiheit fördern.
Jessica Hellmann